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Bestand: 11

 

Druckgrafik l Plastik

Porträt l Biografie

 

 

 

 

 

Druckgrafik

 

 

Fritz Cremer
Christus zerbricht das Kreuz, 1979, Lithographie, PD VII, 27 x 19,5 cm

 
Fritz Cremer
Frauen und Mädchen, Blatt 1, 1959, Litographie, Feder, ohne Nummer, 21,2 x 32,3 cm

 
Fritz Cremer
Ikarus, 1985, Radierung ohne Auflage, 9,7 x 7 cm

 
Fritz Cremer
Liebespaar, 1972, Radierung ohne Auflage, 15,3 x 25,6 cm

 
Fritz Cremer
Paar, o. J., Lithographie, PD, 20 x 14 cm

 
Fritz Cremer
Paar, 1978, Lithographie, 23 x 25 cm

 
Fritz Cremer
Sitzende, 1987, Litographie, Feder/Kreide, ohne Nummer, 18,4 x 14,4 cm

 
Fritz Cremer
Sitzender weiblicher Akt, 1988, Lithographie, Feder, ohne Nummer, 17 x 16 cm

 
Fritz Cremer
Umarmung, 1986, Radierung ohne Auflage, 16,5 x 14,3 cm

 
Fritz Cremer
Variation zum Gekreuzigten X, 1980, Lithographie, PD 1, 40,4 x 26,5 cm

 
Fritz Cremer
Walpurgisnacht, 1958/1992, Linolschnitt, 17,5 x 14 cm

 

 

 

Plastik

 

 

 

     

Fritz Cremer im Atelier
Foto: Nachlass Fritz Cremer

Biografie

Der Herkunft nach ist Fritz Cremer Westphale, am 22. Oktober 1906 gebo-
ren in Arnsberg an der Ruhr, aufgewachsen im Ruhrgebiet. In Essen absol-
viert er eine Steinbildhauerlehre und besucht Abendkurse an der Folkwang-
schule. 1926 wird er hier Mitglied der kommunistischen Arbeiterjugend und 1929 Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands. Dieser Gesinnung bleibt er zeitlebens treu.
1930 bis 1934 studiert Fritz Cremer bei Wilhelm Gerstel an der Hochschule der bildenden Künste in Berlin-Charlottenburg und von 1934 bis 1938 ist er bei ihm Meisterschüler.
1937 erhält Cremer den Großen Staatspreis der Preußischen Akademie der Künste, verbunden mit dem Studienaufenthalt in der Villa Massimo in Rom und mit Reisen nach Florenz und Neapel. Viele Ausstellungsmöglichkeiten eröffnen sich ihm. Von 1938 bis 40 arbeitet er zusammen mit Gustav Seitz im Meisteratelier der Preußischen Akademie der Künste. 1939 folgt ein weiterer Studienaufenthalt in der Villa Massimo in Rom. Ab 1940 ist er Soldat in Griechenland. 1942 bekommt Cremer den Rompreis mit einem sechsmonatigen Studienaufenthalt in der Villa Massimo in Rom, danach setzt er den Kriegsdienst fort. Bei einem Fluchtversuch gerät Cremer in jugoslawische Kriegsgefangenschaft. 1946 wird er entlassen und geht nach Wien. Hier beruft man ihn zum Professor an die Hochschule für angewandte Kunst. Für die Opfer des Faschismus schafft er auf dem Wiener Zentralfriedhof ein Mahnmal. Es folgen antifaschistische bzw. Antkriegsdenkmale in Wien, Mauthausen Knittelfeld und Ebensee sowie einige nicht ausgeführte Entwürfe. 1950 wird Cremer zum korrespondie-
renden Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, es folgt die Umsiedlung und 1951 die Berufung zum ordentlichen Mitglied der Akademie. 1954 wird er zum Sekretär der Sektion Bildende Kunst der Akademie der Künste gewählt und 1974 zum Vizepräsidenten der Akademie.
1952 beginnt er mit den Entwürfen zum Buchenwalddenkmal, das 1958 eingeweiht wird. 1953 wird der »Aufbauhelfer« vor dem Berliner Roten Rathaus aufgestellt.
In den Jahren 1959 bis 60 arbeitet er am Mahnmal für das Frauenkonzen-
trationslager Ravensbrück, 1963 bis 68 am Brechtdenkmal, 1966 bis 69 am Spanienkriegsdenkmal, 1972 bis 78 am Denkmal für Galileo Galilei in Chem-
nitz und 1975 wird die Skulptur »Aufsteigender« in New York vor dem UNO-Gebäude aufgestellt.
1975/76 schafft Cremer den »Gekreuzigten« für die Kirche in Berlin-Friedrichshagen.
Neben seinen Denkmalsplastiken schafft er eine Vielzahl kleinerer Skulptu-
ren, unter anderem sehr sinnliche Akte und einige Porträts. Er hinterlässt ein umfangreiches grafisches Werk zu sozialen, literarischen und mensch-
lichen Themen.
Fritz Cremer hat sich bewusst für ein Leben in der DDR entschieden. Sie war für ihn nach der faschistischen Diktatur in Deutschland ein Neuanfang. Sein künstlerisches aber auch sein kulturpolitisches Wirken in der Akademie der Künste, im Verband Bildender Künstler und in anderen gesellschaftlichen Gremien stellt er in ihren Dienst.
Doch schon zu Beginn der 50er Jahre, insbesondere mit seinen Entwürfen für das Buchenwalddenkmal, gerät auch Cremer in den Vorwurf, ein »formalistischer« Künstler zu sein, obwohl er vom Wesen seines Schaffens eher ein Traditionalist war und zeitlebens seine ästhetische Entscheidung für eine konventionelle Bildhauerei kultivierte. Erst in den 60er Jahren überwindet er seine konfrontative Stellung zur »Moderne«, die auch geprägt war durch die Ideologien des kalten Krieges, und rang sich zu toleranteren Anschauungen durch.
Seine Einflussmöglichkeiten nutze Cremer immer, um sich für die Freiheit der Kunst einzusetzen, sich den dogmatischen Auffassung des sozialisti-
schen Realismus zu entziehen. Er gehörte zu denen, die ihre öffentlichen Auftritte streitbar nutzten.
Seine Rede auf dem V. Kongress des Verbandes Bildender Künstler 1964 manifestiert einen Schnittpunkt im Denken Cremers: »Wir brauchen die freie Entscheidung über Stoff und Form jedes einzelnen Künstlers« sagt er und weist damit die ständige Einmischung der SED-Führung in die Belange der Kunst zurück.
1967 wird er in der Akte des Ministeriums für Staatssicherheit als Oppo-
sitioneller, als Feind des Sozialismus und als Aufwiegler charakterisiert.
Trotz allem ist er eingebunden in das gesellschaftliche System mit allen Vorteilen, das dieses auch für ihn bereithielt. Als es zusammenbricht, ist er schon schwer erkrankt. Am 1. September 1993 erliegt Fritz Cremer seinem Leiden.
   

 

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