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aktuelle Ausstellung
   im Kabinett:
   Thomas Jastram
 

 

Sonderausstellung im showroom
im stilwerk Berlin

Waldemar Grzimek zum 100. Geburtstag

30. November 2018 bis 19. Januar 2019

geöffnet Di – Fr 14 – 19, Sa 10 – 19 Uhr
bei freiem Eintritt

Infoflyer PDF

zeitgleich mit der Ausstellung »Der Bildhauer Thomas Jastram, Hamburg« im Kabinett des showrooms
zeigen wir innerhalb der Dauerausstellung ebenfalls
vom 30. November 2018 bis zum 19. Januar 2019
einen gesonderten Beitrag zum
100. Geburtstag des Bildhauers Waldemar Grzimek
am 5. Dezember dieses Jahres.

Werkabbildungen  Biografie

Weder das Gerhard-Marcks-Haus in Bremen, das Grzimeks Bildhauerischen Nachlass als Schenkung der Erben verwahrt, noch das Georg-Kolbe-Museum in Berlin, das wohl auch der Tradition figurativer Skulptur in Berlin verpflichtet wäre, nehmen von diesem Bildhauerjubiläum Notiz.
Das 2013 im ehemaligen Breker-Atelier gegründete Kunsthaus Dahlem, das sich laut Satzung der deutschen Nachkriegskunst in Ost und West, mit dem Schwerpunkt Plastik widmen soll, übergeht das Jubiläum eines bedeutenden deutschen Bildhauer innerhalb einer realistischen Bildhauerkunst des 20. Jahrhunderts ebenfalls, nicht verwunderlich, da das Kunsthaus Dahlem, warum auch immer, eine Tochtergesellschaft der Bernhard-Heiliger-Stiftung ist.
Auch die BERLINISCHE GALERIE, das Landesmuseum für moderne Kunst, Fotografie und Architektur und das Lehmbruck Museum in Duisburg, das Skulpturenmuseum in der Bundesrepublik schweigen zum 100. Geburtstag Waldemar Grzimeks.

So gibt es also nur eine kleine Ausstellung im Kunsthandel Dr. Wilfried Karger im stilwerk Berlin.
Gezeigt werden 26 Plastiken aus den unterschiedlichen Jahren und zu den unterschiedlichen Themen. Die früheste Skulptur ist der »Junge Wisent« aus dem Jahre 1932 und die späteste sind die »Gewichtheber» aus dem Jahre 1979. Höhepunkt der kleinen Show ist zweifellos der »Bedrohte« aus dem Jahr 1979, eine lebensgroße und bemerkenswerte Arbeiten von Waldemar Grzimek, eine Figur äußerster plastischer Spannung und psychischer Unmittelbarkeit. Die »Schwebende« und der »Tänzer« sind Plastiken exaltierter Bewegung und sinnlicher Erregung.

Diese Sonderausstellung ist die entstanden in Zusammenarbeit mit Tomas Grzimek, der im Auftrage der Erbengemeinschaft den Nachlass verwaltet. Sie hat keinen Anspruch auf eine repräsentative Funktion für das Werk Waldemar Grzimeks, sie will nur aufmerksam darauf machen, das dieser bedeutende Bildhauer der Nachkriegszeit in Berlin und darüber hinaus gewirkt hat.
Zu erwähnen sind im öffentlichen Raum Heinrich-Heine-Denkmal, der Wellenreiter und der Brunnen am Wittenbergplatz in Berlin, das Hockende Wildschwein im Dresdner Zoo, die Häftlingsgruppe in Sachsenhausen oder Südportal am Kloster Unser Lieben Frauen zu Magdeburg.
 

für größere Darstellung und Werkdetails auf die Abbildungen klicken

 

 Bedrohter II, 1970  /  Kokette, 1950  /  Bademeister, 1958

 Kauernde, Zustand I, 1959  /  Kleine Knieende, 1957  /  Tänzerin II, 1967

Schwebende II, Zustand I, 1966
Verschränkt Liegende, 1967
Kauernde, 1958

 Liebespaar, Zustand II, 1987  /  Gewichtheber, Zustand II, 1979  /  Tänzer, 1960

Junger Wisent, 1932  /  Springender Boxer, 1960  /  Elch, 1933

 

  Biografie
Waldemar Grzimek wurde am 5. Dezember 1918 in Ratzeburg/Ostpreußen geboren. 1924 zog die Familie nach Berlin.
Als Schüler begann er im Jahre 1924 mit ersten plastischen Versuchen von Tieren im Berliner Zoo. 1930 erhielt er in einem Jugendkunstwettbewerb des Berliner Zoo den ersten Preis und 1931den ersten Preis im Wettbewerb »Mensch und Hund«. 1936 lernte Waldemar Grzimek Richard Scheibe kennen, der von ihm
eine Tierplastik kaufte.

1937 begann er eine Steinmetzlehre bei der Firma Holzmann und 1938 das Studium bei Prof. Wilhelm Gerstel an der Hochschule der Bildenden Künste in Berlin. Richard Scheibe stellte ihm außerhalb der Schule ein Atelier zur Verfügung und gab ihm Ratschläge zu seiner Arbeit. In diesem Jahr entwickelte sich seine Freundschaft mit Gerhard Marcks. 1941 wurde er Meisterschüler bei Prof. Wilhelm Gerstel, aber bald danach zum Militär, zur Marine eingezogen. 1942 erhielt er den Rompreis, verbunden mit einem achtmonatigen Studienurlaub in der Villa Massimo in Rom. Nach Kriegsende im Jahre 1945 kehrte er nach Berlin zurück und wurde Meisterschüler im Atelier von Richard Scheibe. Von 1946 bis 1948 leitete Waldemar Grzimek eine Bildhauerklasse an der Kunstschule Burg Giebichenstein in Halle, dort pflegte er engen Kontakt zu Gustav Weidanz und Willi Sitte. Er wurde Mitglied der Künstlergruppe Die Fähre. Von 1948 bis 1951 lehrte er als Professor für Plastik an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin-Charlottenburg. Von 1956 bis 1961 war Waldemar Grzimek Professor an der Hochschule für Bildende und angewandte Kunst in Berlin-Weißensee.
Mit dem Bau der Mauer endete seine Lehrtätigkeit in Ostberlin, er blieb aber Mitglied der Akademie der Künste der Künste der DDR und unterhielt weiter enge Kontakte zu den Bildhauern in der DDR. 1964 waren Arbeiten von Waldemar Grzimek auf der documenta III in Kassel ausgestellt. 1967 wurde er als Professor für plastisches Gestalten an die Technische Universität Darmstadt berufen.
Am 26. Mai1984 verstarb Waldemar Grzimek im Alter von 66 Jahren in Berlin.
Sein Ehrengrab des Berliner Senats befindet sich auf dem Friedhof Dahlem.

Studienreisen führten Waldemar Grzimek in die Sowjetunion, nach Italien, Frankreich, in die Tschechoslowakei, nach Polen, Holland, Dänemark, Griechenland, England, Schweiz, Österreich und Belgien.
Ausstellung hatte er in vielen Städten der BRD und der DDR. In Berlin stehen von ihm im öffentlichen Raum das Heinrich-Heine-Denkmal, der Wellenreiter und der Brunnen am Wittenbergplatz.

Waldemar Grzimek verfasste folgende Bücher: »Deutsche Bildhauer des zwanzigsten Jahrhunderts« (1974), »Die plastischen Elemente der Stadt« und »Die deutsche Stuckplastik 800 bis 1300« (beide 1978), »Die Berliner Bildhauerschule im neunzehnten Jahrhundert« (1981), zusammen mit Peter Bloch.

 

 

 

 

 

 

 

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