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Medienecho

 

Ausstellung im Kabinett des showrooms
im stilwerk Berlin

Der Bildhauer Jürgen Weber

1928 – 2007

5. Dezember 2014 bis 31. Januar 2015, Eintritt frei
Di – Fr 14 – 19, Sa 10 – 19 Uhr und nach Vereinbarung
(am 24. + 31.12.2014 ist die Ausstellung geschlossen)

Info-/Einladungsfaltblatt PDF

Vernissage am 4. Dezember 2014 um 19 Uhr
Es spricht Renate Heidersberger-Weber:
»Mein Leben mit Jürgen Weber«

Werkeispiele

Biografie

Ständig auf der Spur figurativer Skulptur führt mein Weg auch zwangsläufig nach Braunschweig zu Jürgen Weber. Gerade er war ein wichtiger und streitbarer Geist
im Widerpart zu dem um sich greifenden Dogma des Nonkonfigurativen im Spannungsfeld des kalten Krieges. Nicht nur, dass seine konsequente, am Gegenstand geschulte bildhauerische Handschrift in der Kunstszene polarisierte, auch mit seinen umfangreichen theoretischen und kunstwissenschaftlichen Äußerungen mischte er sich ein, streitbar gar, bis zu Urteilen des Bundesverfas-
sungsgerichtes.
  

für größere Darstellung und vollständige Werkangaben bitte auf die Abbildungen klicken

oben v.l.n.r:
 
Hans Sachs aus dem Nürnberger Brunnen, 1977

Die Wolke (Liebespaar), 1975

Kleine Braunschweiger Venus, 1998

l.:
Das Narrenschiff (Modell), 1984

r.:
Magdeburger Kruzifix (Modell), 1985


Trotzdem kam ich spät auf seine Spur, was aber eher der geringen Verfügbarkeit verkaufbarer Werke geschuldet ist, als der qualitativen Sichtung.
Jürgen Webers Trachten galt der Skulptur im öffentlichen Raum: mindestens 50 davon gibt es, dabei in Größenordnungen wie die vierzahn Meter hohe Braunsch-
weiger Säule »2000 Jahre Christentum«. Vierzehn Meter misst auch der »Turm der Arbeit« in Salzgitter und ebenfalls vierzehn Meter beträgt der Durchmesser des »Ehebrunnen« in Nürnberg. Keine Kleinigkeiten also, die Jürgen Weber seiner Nachwelt hinterlassen hat.
Gerade am Nürnberger Brunnen schieden sich die Geister. Während die Fachwelt - wie Kunsthistoriker, Journalisten und andere Sachverständige - versucht hat, die Realisierung des Entwurfes zu verhindern, sammelten Bürger von Nürnberg Unterschriften für dessen Umsetzung. In diesem Fall schlugen sich die Politiker auf die Seite des Volkes.
Bedenkt man die oftmals überbordende Figurenfülle seiner Monumente, deren Modulation unzählige Stunden, Tage, Monate und Jahre verschlangen, wird man nicht erstaunt sein, dass Jürgen Weber für den privaten Kunstmarkt nur wenige Werke geschaffen hat.
Daneben bedenke man seine Lehrtätigkeit als Professor am Lehrstuhl »Modellieren und Aktzeichen« an der Technischen Hochschule Braunschweig, den er umwandelte in das »Institut für elementares Formen«.
Von 1961 bis zum Jahre 2000 bleibt er im Lehramt, das natürlich auch einen beträchtlichen Teil seiner Schaffenskraft bindet.
Allerdings gab es Entwürfe und Modelle. Diese Entwürfe oder Modelle hat Jürgen Weber in kleinen Auflagen gießen lassen, verkauft oder verschenkt sind die meisten. Und posthume Güsse gibt es nicht. Sie wären nicht im Sinne Jürgen Webers, so die Haltung seiner Nachlassverwalterin.
Aber die sogenannten E. A. (Epreuve d'artiste) sind noch da, die der Autor für sich selbst reserviert und damit dem Kommerz entzogen hatte. Diese sind nun im Angebot, aber auch die lebensgroße »Braunschweiger Venus« von 1961/62.

Etwa 20 Skulpturen und einige Zeichnungen bietet die Kabinettausstellung den Besuchern

 

      
       

Kleiner Denker, 1974

Kleiner Kuss, 1995

Einverständnis, 1972

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Paradiesgärtlein, 1994

Höllenfeuer..., 1979

Sinnender, 2005

      

Jürgen Weber ist 1928 in Münster/Westfalen geboren. Von 1939 bis 1944 lebt er in Königsberg, dort tritt er in die bekennende Kirche ein und ist Mitglied im CVJM. 1945 wird er Soldat. Nach der Kriegsgefangenschaft macht er in Tübingen Abitur. Bis 1947 studiert er Medizin, anschließend Kunstgeschichte in Tübingen. Nach autodidaktischen Studien im Malen und Zeichnen studiert er von 1952 bis 1956 Bildhauerei an der Kunstakademie Stuttgart. Nebenher schließt er eine Ausbildung als Bronzegießer im Wachsausschmelzverfahren mit der Gesellenprüfung ab.
Ab 1956 ist Jürgen Weber freischaffend in Stuttgart und in Rom tätig. 1960 erhält er das Romstipendium der Villa Massimo. 1961 wird er als Professor auf den Lehrstuhl für »Modellieren und Aktzeichnen« an die Technische Hochschule Braunschweig berufen, den er umwandelt in das »Institut für elementares Formen«. 1978 wird er zum Korrespondierenden Mitglied der Akademie der Künste der DDR gewählt.
Im Jahre 2000 gibt Jürgen Weber die Institutsleitung ab und 2007 stirbt er unerwartet auf Ibiza in seinem Feriendomizil.

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Heiliger Georg, 1994

Flirt, 1972

Braunschweiger Ringer, 1974



Werke im öffentlichen Raum (Auswahl):
1955 Kruzifix (Bronze auf Holz) für die Kirche St. Georg, Hamburg und für das Evangelische Stift in Tübingen, 1957/58 Missionsportal an der Stiftskirche in Stuttgart (Bronze), 1958/59 Hauptportal an der Schlosskirche Pforzheim (Bronze auf Holz), 1961/62 »Fahnenträger« (Bronze) im Niedersächsischen Landtag Hannover, 1961/62 »Braunschweiger Venus« (Bronze), am Torhaus Wendentor Braunschweig, 1963/64 »Die Stadt« (Bronzerelief), Stadthalle Göttingen, 1965 bis 1971 »Krieg oder Frieden« und »Amerika« (Bronzereliefs) John F. Kennedy Center, Washington/USA, 1971/72 »Dionysos« (Bronze), Forumsplatz der TU Braunschweig, 1974/75 »Ringerbrunnen« (Bronze), Braunschweig, 1975 »Die Große Verweigerung« (Muschelkalk), Städtisches Museum Braunschweig, 1977-81 Hans-Sachs-Brunnen »Das Ehekarussell« (Bronze und Marmor), Nürnberg, 1985 bis 1987 »Das Narrenschiff« (Bronze), Hameln und Nürnberg, 1985 bis 1989 »Lebensbaumkruzifix« (Bronze), Bugenhagenkirche Braunschweig und Dom von Magdeburg, 1995 Übergabe des »Turms der Arbeit« (Bronze und Marmor), Salzgitter, 1999 bis 2006 »2000 Jahre Christentum« (Bronze), Ruhfäutchenplatz, Braunschweig.

Veröffentlichungen (Auswahl)
»Gestalt, Bewegung, Farbe – Kunst und anschauliches Denken«, 1975, »Entmündigung der Künstler. Geschichte und Funktionsweise der bürgerlichen Kunsteinrichtungen«, 1979, »Das Ehekarussell. Der Hans-Sachs-Brunnen in Nürnberg«, 1985, »Das Narrenschiff – Kunst ohne Kompass«, 1994, »Die Braunschweiger Säule – 2000 Jahre Christentum«, 2009.

 

 

   Werkaufnahmen: Hermann Büchner, Berlin

 

 

 

 

 

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